RWT-Webinar: CBAM-Regelphase – Was importierende Unternehmen jetzt beachten müssen
Die RWT-Expertinnen Yvonne Auer und Susanne Seifert informierten im Webinar über die Auswirkungen des europäischen CO₂-Grenzausgleichssystems (CBAM) auf importierende Unternehmen. Mit dem Übergang von der Übergangs- in die Regelphase zum 1. Januar 2026 steigen die Anforderungen an betroffene Unternehmen deutlich.
Die Referentinnen stellten zunächst die Zielsetzung und Systematik von CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) vor. Der Mechanismus soll Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche CO₂-Preise vermeiden und eine Verlagerung emissionsintensiver Produktion in Drittstaaten verhindern. Betroffen sind insbesondere Importe bestimmter Grundstoffe wie Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom und Wasserstoff sowie ausgewählte nachgelagerte Produkte.
In einer Übergangsphase von Oktober 2023 bis Dezember 2025 mussten Unternehmen quartalsweise CBAM-Berichte abgeben. Diese Quartalsberichte müssen auch noch rückwirkend abgegeben werden. Die Referentinnen machten deutlich, dass eine ordnungsgemäße und vollständige Erfüllung dieser Berichtspflichten auch für die Zulassung als CBAM-Anmelder in der Regelphase von Bedeutung ist. Versäumnisse können sich negativ auf die Beurteilung der Zuverlässigkeit durch die zuständigen Behörden auswirken.
Mit Beginn der Regelphase ab 2026 treten weitergehende Verpflichtungen in Kraft. Importeure oberhalb der neu eingeführten Bagatellschwelle müssen sich bis zum 31. März 2026 als zugelassene CBAM-Anmelder registrieren. Künftig sind jährlich CBAM-Erklärungen auf Basis verifizierter Emissionsdaten einzureichen und CBAM-Zertifikate abzugeben. Ergänzend erläuterten die RWT-Expertinnen die durch das Omnibus-Paket vorgesehenen Vereinfachungen, insbesondere für kleinere Unternehmen.
Abschließend zeigten die Referentinnen auf, welchen konkreten Handlungsbedarf Unternehmen jetzt prüfen sollten – von der Analyse betroffener Warenströme über die Vorbereitung der Registrierung bis hin zur Abstimmung mit Lieferanten und internen Fachabteilungen.