Digitalisierung als Gestaltungsaufgabe

Zu Gast bei der RWT: Reutlinger Gespräch Wirtschaft – Kirche nimmt ethische Fragen der Digitalisierung in den Blick

Gespräch Wirtschaft - Kirche: Prof. Dr. Gerhard Braun, Prälat Dr. Christian Rose, Ingrid Peters, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Stefan Werner

(von links): Prof. Dr. Gerhard Braun, Prälat Dr. Christian Rose, Ingrid Peters, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Dr. Daniela Eberspächer-Roth, Stefan Werner

Gespräch Wirtschaft - Kirche: Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber

Gespräch Wirtschaft - Kirche: Podiumsgespräch

Fotos: A. Föhl

„Die Digitalisierung muss sich am Wohl der Menschen ausrichten“, forderte der ehemalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Professor Dr. Wolfgang Huber, beim 15. Reutlinger Gespräch Wirtschaft – Kirche. Prälat Dr. Christian Rose konnte am 23.05.2019 rund 100 geladene Gäste aus Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft in den Räumen der RWT begrüßen. Die RWT war in diesem Jahr Mitgastgeber des Gesprächs Wirtschaft – Kirche. „Digitalisierung verantworten – Ethische Herausforderungen für Wirtschaft und Kirche“ lautete das Thema.

„Die Digitalisierung ist ein Epochenumbruch, der am ehesten zu vergleichen ist mit dem Umbruch, der mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg verbunden war“, sagte Wolfgang Huber in seinem Impuls-Referat. Der Theologe und Ethiker sprach sich dafür aus, Digitalisierung „als Gestaltungsaufgabe und nicht als Naturereignis“ zu sehen, dem der Mensch ausgeliefert sei. Dabei müsse der Grundsatz gelten „Technik und Wirtschaft sind für den Menschen da und nicht umgekehrt“.

Huber sah in der Digitalisierung auch Chancen. Sie könne etwa „einen Quantensprung für die Gesundheitsförderung“ bedeuten, sagte er und verwies auf erhebliche Fortschritte bei der Früherkennung und Frühbehandlung von Krebserkrankungen.

Beim anschließenden Podiumsgespräch, das Prälat Dr. Christian Rose und Ingrid Peters vom Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) moderierten, sagte RWT-Geschäftsführer Gerhard Braun, die Digitalisierung sei eine Chance, dem Fachkräftemangel besser begegnen zu können. Er berichtete, die Unternehmen, die die RWT betreue, gingen „relativ unaufgeregt“ mit dem Thema Digitalisierung um. Die Digitalisierung sei „integriert in den permanenten Innovationsprozess“, in dem sich die Unternehmen ohnehin befänden, so Braun.

Die Geschäftsführende Gesellschafterin der Profilmetall Gruppe und Vizepräsidentin der IHK Reutlingen Dr. Daniela Eberspächer-Roth sagte, die Digitalisierung könne den Menschen helfen, „den eigenen Wert und die eigene Originalität in den Blick zu bekommen“.

Um die Menschen zu erreichen, dürfe sich die Kirche digitalen Medien nicht verschließen, so Stefan Werner, Direktor im Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. „Die Kirche muss offen sein für die Kommunikationsmittel, die die Menschen nutzen“, sagte Werner.